Digitale Einbaukarte für mineralische Ersatzbaustoffe in NRW gemäß Ersatzbaustoffverordnung (EBV)


Willkommen bei der digitalen Einbaukarte für mineralische Ersatzbaustoffe gemäß der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) in Nordrhein-Westfalen. Sie wird bereitgestellt vom vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e. V. und richtet sich an alle Akteure, die mit dem Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe befasst sind.

Hintergrund: Ersatzbaustoffverordnung (EBV)

Mit dem Inkrafttreten der Ersatzbaustoffverordnung am 1. August 2023 wurden bundesweit einheitliche Anforderungen an die Güteüberwachung sowie an den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) eingeführt. Ziel der EBV ist es, die hochwertige Verwertung mineralischer Abfälle zu fördern und zugleich den Schutz sowie die nachhaltige Sicherung der Bodenfunktionen zu gewährleisten.

Anforderungen an den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe

Ob und wie ein mineralischer Ersatzbaustoff in einer bestimmten Materialklasse eingebaut werden darf, hängt von mehreren Faktoren ab. Maßgeblich sind insbesondere:

  • die Art des technischen Bauwerks (17 Einbauweisen gemäß Anlagen 2 und 3 EBV),
  • die Lage zu Wasserschutzgebieten und besonders empfindlichen Bereichen,
  • die grundwasserfreie Sickerstrecke sowie
  • die Bodenart der Grundwasserdeckschicht
Das digitale Hilfstool

Zur praxisnahen Unterstützung stellt der vero eine digitale Einbaukarte für Nordrhein-Westfalen im Maßstab 1:50.000 zur Verfügung. In der Karte sind die relevanten Anforderungen der EBV hinterlegt. Sie unterstützt die Planung und Umsetzung des Einbaus von:

  • Recycling-Baustoffen (§ 2 Nr. 29 EBV),
  • Bodenmaterialien (§ 2 Nr. 33 EBV),
  • Baggergut (§ 2 Nr. 30 EBV) sowie
  • Gleisschotter (§ 2 Nr. 31 EBV)

in technische Einbauweisen des Straßen-, Wege- und Erdbaus gemäß Anlage 2 EBV.

Die digitale Einbaukarte dient dabei als orientierendes Hilfsinstrument für Baustoffproduzenten, Bauherren, Verwender und Behörden.

Die Idee: Mit wenigen Klicks zum zulässigen Einbau

Die Anforderungen der EBV sind komplex und können in der Praxis schnell zu Unsicherheiten führen. Die digitale Einbaukarte reduziert diese Komplexität deutlich. Mit nur wenigen Klicks erhalten Anwender eine klare und verständliche Aussage darüber,

  • in welcher Einbauweise ein mineralischer Ersatzbaustoff verwendet werden darf,
  • wo ein mineralischer Ersatzbaustoff eingebaut werden darf oder
  • welcher Ersatzbaustoff für eine bestimmte Einbauweise an einem konkreten Standort zulässig ist.

Damit können Entscheidungsprozesse in der Planung, Ausschreibung, Angebotserstellung und Vermarktung erheblich vereinfacht und beschleunigt werden.

Zielsetzung

Die EBV fordert derzeit in § 19 Abs. 8 unter anderem eine bodenkundliche Ansprache von Bodenproben oder eine Baugrunduntersuchung zur Bestimmung der Bodenart der Grundwasserdeckschicht. Die digitale Einbaukarte verfolgt das Ziel aufzuzeigen, dass in vielen Fällen digitale Kartengrundlagen mit definierter Auflösung ausreichende Informationen liefern können.

Langfristig sollen digitale Karten unter klar definierten Voraussetzungen als zulässige Grundlage in der EBV anerkannt werden. Dies würde einen wesentlichen Beitrag zur Entbürokratisierung, Digitalisierung und Beschleunigung von Prozessen leisten.

Zugriff und Nutzung

Zugangsberechtigt sind:

  • Mitglieder des vero,
  • Vertreter der zuständigen Behörden gemäß EBV,
  • die Straßenbauverwaltungen sowie
  • die (Tief-)Bauämter in Nordrhein-Westfalen

zur operativen Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung. 

Der Zugriff auf die Anwendung ist für die berechtigten Personengruppen kostenfrei.
Weitere Nutzergruppen erhalten perspektivisch die Möglichkeit, die Anwendung über ein einfaches Click‑and‑Pay‑Modell zu nutzen.

Noch keinen Zugriff?

Kontaktieren Sie uns gerne über das Kontaktformular oder schreiben Sie eine E-Mail an: einbau@vero-baustoffe.de

Interesse an einer Mitgliedschaft im vero?

Sprechen Sie uns an oder informieren Sie sich auf der Website des vero (Mitgliedschaft - vero) über Vorteile und Leistungen des Verbandes.

Förderung

Die digitale Einbaukarte wird gefördert durch das
Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Umsetzung in weiteren Bundesländern

Eine funktionsgleiche digitale Einbaukarte, ist auch in Baden-Württemberg verfügbar. Sie wird dort seit dem Sommer 2023 durch den Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE), dem Schwesterverband des vero, unter dem Namen qeb.app betrieben. In Baden-Württemberg haben derzeit nur die Mitglieder des ISTE Nutzungsrechte der digitalen Einbaukarte. Eine kostenfreie Nutzung für Behördenvertreter sowie die Einführung eines Bezahlsystems für weitere Nutzergruppen wird derzeit geprüft.